Wasserrahmenrichtlinie für Schleswig - Holsten


Auf zu neuen Ufern! Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie

Am 25. November 2008 hat die Landesregierung die Entwürfe der Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme für die Flussgebietseinheiten Eider und Schlei/Trave und Elbe verabschiedet. Zum ersten Mal in der Geschichte gibt es eine flächendeckende Gewässerbewirtschaftung für ganz Schleswig-Holstein. Es zahlt sich jetzt aus, dass Schleswig-Holstein frühzeitig ein inzwischen als vorbildlich anerkanntes Beteiligungs- und Informationsmodell eingeführt hat. Die Abstimmung der Berichtsentwürfe im Vorfeld der formalen Anhörung hat bisher keine grundsätzlichen Kritikpunkte seitens der Beteiligten ergeben. Nach der Auswertung der öffentlichen Anhörung, die bis Juni 2009 durchgeführt wurde, startet der erste von drei Bewirtschaftungszeiträumen, der sich auf die Jahre 2010 bis 2015 erstreckt.

Die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) fordert einen umfassenden, wirksamen Gewässerschutz in der Europäischen Union zum Nutzen von Mensch und Natur. Sie ordnet, vereinheitlicht und vernetzt den Schutz aller Gewässer, vom Grundwasser über die Seen und Fließgewässer bis zu den Übergangs- und Küstengewässern. Ein wesentliches Ziel der EG-WRRL ist, dass möglichst viele Gewässer der Europäischen Union bis 2015 einen möglichst guten ökologischen und chemischen Zustand erreichen. Erheblich veränderte Gewässer sollen zumindest ein gutes ökologisches Potenzial erreichen.

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie WRRL betrachtet die Gewässer, deren Auenbereiche und Einzugsgebiete als eine Einheit und berücksichtigt stärker als bisher deren Funktion als Lebensräume. Die Planung von Maßnahmen erfolgt flächendeckend und für ganze Flusssysteme. Damit kommt der Gewässerschutz aus einer Phase einzelner Modellprojekte und vorgezogener Maßnahmen in die Phase eines flächendeckenden Regelbetriebes für die Bewirtschaftung der Gewässer.

Dabei gilt es die naturräumlichen Besonderheiten, die zu den Veränderungen unserer Gewässer geführt haben, bei der Festlegung von Maßnahmen zu berücksichtigen. Wegen des hohen Anteils von Wasserkörpern, die den guten ökologischen Zustand nach WRRL noch verfehlen, ist es unwahrscheinlich, dass in allen Wasserkörpern bereits im ersten Bewirtschaftungsplanungszyklus die Umweltziele erreicht werden können. Die WRRL ermöglicht neben dem guten ökologischen Zustand auch andere Umweltziele wie das gute ökologische Potenzial bei erheblich veränderten und künstlichen Gewässern und Ausnahmeregelungen vorsieht. Auch hiervon wird Schleswig-Holstein Gebrauch machen, um die Vorgaben einzuhalten.

Sämtliche Unterlagen zur Bewirtschaftungsplanung stehen im Internet (www.wasser.sh) und bei den Unteren Wasserbehörden sowie im Ministerium zur Verfügung.