Was ist der Unterschied zwischen einem FFH-Gebiet und einem Naturschutzgebiet?

 

 


 

Ein Naturschutzgebiet (NSG) ist eine Schutzgebietsform, die nach der nationalem Gesetzgebung einen strengen Schutz für Tiere, Pflanzen und Lebensräume vorsieht. Nach den Landesnaturschutzgesetzen der Bundesländer sind in einem NSG alle Lebensgemeinschaften geschützt und deren Beeinträchtigung bzw. (Zer-)Störung ist durch eine für jedes NSG besonders formulierte Schutzgebietsverordnung verboten. Ein Regelwerk von Geboten und Verboten und in vielen NSG auch ein Pflege- und Entwicklungsplan sollen dafür sorgen, dass die "Schutzgüter" im NSG auf lange Sicht erhalten werden. In Baden-Württemberg sind momentan 2,3 Prozent der Landesfläche als NSG geschützt.

Ein FFH-Gebiet basiert auf europäischer Gesetzgebung: Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 (FFH-Richtlinie). Die Nationalstaaten sind demnach verpflichtet, besondere Schutzgebiete für die Lebensräume und Arten einzurichten, die in den Anhängen I und II der FFH-Richtlinie aufgeführt sind. Die FFH-Gebiete bilden gemeinsam mit den Vogelschutzgebieten (Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979: EG-Vogelschutzrichtlinie von 1979) das europäische Schutzgebietsnetz NATURA 2000. Die EU schreibt zwar den Mitgliedstaaten vor, dass FFH-Gebiete einzurichten sind, lässt aber den Staaten bezüglich der Form der Einrichtung die freie Wahl. Allerdings müssen die FFH-Gebiete für die Lebensräume und Arten den "günstigen Erhaltungszustand" sicherstellen. In Baden-Württemberg sind nach der Gebietsmeldung vom Januar 2005 rund 11 Prozent der Landesfläche als FFH-Gebiete vorgesehen. Von den 260 FFH-Gebieten stehen einige Gebiete gleichzeitig ganz oder in Teilen unter dem Schutzregime eines NSG. Für die übrigen Gebiete soll nach Auffassung des Landes die Erhaltung von Lebensräumen und Arten bevorzugt durch Verträge mit den Landnutzern (vor allem Land- und Forstwirtschaft) gesichert werden. Es muss allerdings bezweifelt werden, ob der Gebietsschutz ohne die Ausweisung von Schutzgebieten nach nationalem Recht (Natur- und Landschaftsschutzgebiete) erreicht werden kann.
In einem FFH-Gebiet sind nur die Lebensräume und Arten aus den Anhängen der FFH-Richtlinie streng geschützt - sie machen die "Erhaltungsziele" in den FFH-Gebieten aus. Im Gegensatz dazu steht ein NSG auf gesamter Fläche unter strengem Schutz.

 


Quelle: NABU Baden-Würtenberg, baden-wuerttemberg.nabu.de